Das Geheimnis des Liptauers



Rettet den Liptauer, heißt der Aufruf von der Giftigen Blonden, der die Kärntnerin ereilt hat. Wieso? Ist der wirklich am verschwinden? Gerade hat die Kärntnerin gelesen, dass in den Supermärkten schon mehr Kichererbsenaufstrich verkauft wird, als Liptauer. Kein Wunder, der fertige Humus ist ja ganz okay, der Liptauer schmeckt, naja wie drückt man das jetzt schön aus. Egal, bleiben wir ehrlich: Er schmeckt einfach NICHT.
Also, die Kärntnerin beteiligt sich an der schönen Aktion, bei der mehrere BloggerInnen ihre Liptauer Version vorstellen. Mehr mit einer Geschichte als mir einem konkreten Rezept, aber dazu gleich mehr.

Der Liptauer


Zuerst holen wir etwas aus: 'Der Liptauer ist ein pikanter Brotaufstrich  aus der slowakischen und österreichischen Küche und  typischer Bestandteil des Speiseangebots beim Heurigen', kann man auf Wikipedia nachlesen. Im 'echten' Liptauer, lesen wir weiter, wird Brimsen verwendet, ein gesalzener Schafstopfen. Die wichtigste Zutat zur Farbgebung ist Rosenpaprika. Gereicht wird er als Aufstrich oder auch als Dip.

Die Kärntnerin und der Liptauer


Der Winzer isst sehr gern Liptauer. Aber mag ihn die Kärntnerin überhaupt? Die Antwort ist Jein. Früher gar nicht. Jetzt schon, aber nur den von der Schwiegermama, woanders nicht, oder nur selten. Der Winzer eben schon, der bestellt sich auch gern einmal auswärst einen. Hat es mittlerweile aber fast aufgegeben, weil irgendwie bekommt man selten einen wirklich guten. 


B(r)in(m)senweisheiten?


So ein Projekt weckt natürlich den Ehrgeiz, den Ehrgeiz 'echten' Liptauer herzustellen. Und dazu braucht man Brimsen. Eben diesen gesalzenen Schafstopfen. Wie sich herausstellt im Weinviertel schwer (nicht) zu bekommen. Und ganz ehrlich. Braucht man den denn wirklich? Die Kärntnerin ist sich sicher, dass die Turbohausfrau (ganz streberhaft ;)) ein Originalliptauerrezept beisteuert und der Weinviertler Liptauer wird traditionell eben nur mit 'normalem' Topfen gemacht. Genauso schmeckt er dem Winzer und der Kärntnerin auch. Also solls dabei bleiben. 

Das Geheimnis des Liptauers und der Liptauer von der Schwiegermama


Während sich die anderen also die Finger wund recherchieren, nach dem perfekten Rezept, hat die Kärntnerin es leicht. Sie nimmt das hauseigene Rezept, mit dem die Schwiegermama schon viele Jahre lang die Besucher bei der Offenen Kellertür verköstigt. So und jetzt kommt es. Das 'Geheimnis' des Liptauers:


Wenn der Liptauer beim Kosten gut schmeckt, dann ist er es nicht. Das Geheimnis liegt eben im richtigen bzw. in diesem Fall im falschen Abschmecken. Wenn man beim Kosten den Mund verzieht weil er zu intensiv ist und sofort den Kühlschrank aufmachen möchte um noch mehr Topfen drunter zu mischen, weil es versalzen schmeckt, dann stehen die Chancen gut, dass er genau richtig ist. Schmeckt er jetzt schon genau richtig, dann ist er am Brot sicher genau eines: langweilig. Man muss ihn jetzt aber nicht auf gut Glück überwürzen.

Das Geheimnis lautet also: Brot aufschneiden, Liptauer drauf und kosten. Dann passt es.

So und dann noch zwei Kleinigkeiten. Ein Rezept ohne Würzmengenangaben? Ja! Laut der Schwiegermama nimmt man nämlich genau so viel, wie es braucht. Wer sich nicht drüber traut, der orientiert sich besser an den anderen Rezepten (Links am Ende des Posts).
Und: ein bissl scharf darf es sein, muss es im Winzerhaushalt sein. Ein bissl hausgemachte Chilipaste verleiht dem Liptauer noch den letzen Kick, zusätzlich zum rosenscharfen Paprika. 



Pikanter Weinviertler Liptauer:


2 Teile Topfen (250g)

1 Teil Butter (125g)

1/2 kleine Zwiebel, gehackt

2 Zehen Knoblauch, gehackt

soviel wie's eben braucht:

Rosenscharfes und edelsüßes Paprikapulver

Kümmel zerkleinert oder gemahlen

Senf 

Sardellen, gehackt oder Sardellenpaste

Gewürzgurkerln, gehackt

Schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

etwas Chilipaste oder geriebener Chili


Alle Zutaten vermischen, aufs Brot schmieren, abschmecken. Fertig. Mahlzeit! Und unbedingt ein Glaserl Wein dazu trinken! Einen grünen Veltliner, am besten einen Weinviertel DAC.

~*~

Die anderen Teilnehmer und ihre Liptauerrezepte:



Kommentare:

  1. Deine Variante ist wohl die ähnlichste zu meiner :) Ich hatte mich an ein österreiches Rezept gehalten. Da bin ich wohl als Hessin ganz gut mit gefahren.

    Und mit Gürkchen werden wir es beim nächsten Mal versuchen. Er liebt sie ja, ich brauche sie nicht unbedingt, kann es mir aber sehr gut im Liptauer vorstellen :D

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  2. Du hast das Geheimnis des Liptauers ergründet.
    Und du hast recht, ich kost ihn gar nicht, ich pack ihn ein paar Stunden in den Kühlschrank und dann aufs Brot und dann erst weiß ich ob er richtig ist.
    Aber da ich eh auch eine bin, die eher überwürzt passt das dann genau.
    Dein Rezept klingt so gut dass ich mal warte bis du wieder eine offene Kellertür hast damit ich den auch verkosten kann. Samt Wein natürlich!

    Ich hoffe wir können wieder mal was retten gemeinsam :-)

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  3. Also, wenn ich die Zutaten so lese, kann der Liptauer eigentlich nur gut schmecken! Ich kenne zwar den Begriff "Liptauer", habe ihn aber bisher noch nie gegessen! Ist hier in der Gegend eher unüblich! Bei uns gibt es eher einen "Obatzdn"!!!!! Vielleicht gibt es den bei Euch auch... kann das leider nicht übersetzen!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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  4. Ah.....mit Chilipaste....das ist was für mich....bloß hab ich die Vorahnung, dass ich jetzt in den nächsten Wochen von Liptauer lebe....

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  5. Das mit dem Überwürzen stimmt - also zumindest kräftig schmecken muss er schon, der Liptauer, sonst ist das nichts. Das ist kein milder Hutschi-Gutschi-Aufstrich, sondern etwas Deftiges!

    Danke fürs Mit-Retten!

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  6. Ah, da hab ich ja intuitiv alles richtig gemacht. Ich fand ihm beim Abschmecken schrecklich. Nacher dann auf dem Brot köstlich. Nur hätte ich den Quark abtropfen lassen. Nächstes Mal dann. Dein Liptauer sieht übrigens göttlich aus!

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  7. Sardellen und Gurkerl, genau. Die mag ich auch gerne in meinem Liptauer. Meine Schwimu gibt sogar noch ein bisserl Kapern dazu. Ich mache ihn manchmal auch ganz pur. Dann wenn ich guten Brimsen bekommen habe.

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  8. Oh ich liebe Liptauer - der darf nicht aussterben! Früher gab es den sogar in so Zellophan im Supermarkt - den Speziaufstrich ♥ mmhmmm jetzt hab ich Gusta auf ein frisches Brot mit Liptauer ;)

    Alles Liebe nima

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  9. Oh ja, den Liptauer von der Schwiegermama hab ich bei der offenen Kellertür immer gegessen, und dazu euren Wein! Jetzt wird er mal nachgemacht. Oder vielleicht schaffe ich es ja heuer wieder mal Pillersdorf, das ist ja noch eine bessere Idee. Liebe Grüße von Bettina

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  10. das stimmt. und fertiger liptauer ist einfach grrrruselig! aber beim billa gibts von wojnars so einen frisch abgepackten. der ist eigentlich gut. ansonsten: heurigen!!

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  11. Hm, habe ich wieder etwas gelernt! War mir bis eben auch noch kein Begriff, aber nun dürfte ich den Liptauer nicht mehr vergessen :-)
    Ich denke, wir werden ihn auch mal ausprobieren.

    Gruß,
    Jens

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